Abensberger Nachrichten

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Abensberger Tafel feierte 10-jähriges

Die Abensberger Tafel feierte – und viele feierten mit!

Das 10-jährige Bestehen der Abensberger Tafel bot den Anlass Spender, Unterstützer, Mitglieder, interessierte Bürger und natürlich die aktiven Mitarbeiter zu einer Jubiläumsfeier zu laden. Unter den Ehrengästen fanden sich Vertreter der Kirche und Politik.

Helga Beck,  2. Vorsitzende der Tafel, musste für den erkrankten Vorstand Rudi Buchner die Begrüßung übernehmen. Eingangs übermittelte sie diesem unter dem Beifall der Anwesenden beste Genesungswünsche.
Vor den Gästen und Mitarbeitern galt ihr Gruß naturgemäß zuerst den Ehrengästen, die durch ihre Anwesenheit ihre Wertschätzung für die Arbeit der Tafel zum Ausdruck brachten.
Sie konnte den Stadtpfarrer von Abensberg, Herrn Dekan Georg Birner mit seinem Praktikanten Herrn Hackenspiel und die Landtagsabgeordnete Frau Johanna Werner Muggendorfer willkommen heißen.
Erfreulicherweise war auch der 1. Bürgermeister der Stadt Abensberg, Herr Dr. Uwe Brandl, unter den Gästen. Ihm wurde für die vielfältige Unterstützung gedankt – verbunden mit der Hoffnung, dass das so bleiben möge.
Etwas schwieriger gestaltete sich die formal richtige Begrüßung von Herrn Martin Neumeyer, der zugleich Tafelmitglied, noch Landtagsabgeordneter, zukünftiger Landrat und derzeit Stellvertreter des Landrates ist.
Für die Ausgabestelle Neustadt nahm der 2. Bürgermeister, Herr Hans Weber teil. Ihm wurde für die umfangreiche Unterstützung der Tafel durch die Stadt ebenso gedankt wie allen Mitarbeitern der Gemeinden im Einzugsbereich der Abensberger Tafel, die durch die Ausstellung der Berechtigungsscheine die Grundlage für die Tafelarbeit schaffen.

Festgäste. Bild: Abensberger Tafel

Festgäste. Bild: Abensberger Tafel

Johanna Werner Muggendorfer, Dr. Uwe Brandl und Martin Neumeyer betonten in kurzen Grußworten ihre Verbundenheit mit der Tafel und Hochachtung vor der Leistung der Mitarbeiter, völlig ehrenamtlich, zum Wohle der Tafelkunden. Für ein doch reiches Deutschland sei es zwar befremdlich, dass es einer Organisation wie der der Tafel bedarf, weil es doch viele Menschen gibt, die Unterstützung brauchen – so der grundsätzliche Tenor der Grußworte.

Die Ansprache zum Jubiläum übernahm das Vorstandsmitglied Georg Schmidbauer. Neben einem kurzen Überblick auf die allgemeine Geschichte stellte er zuerst das Werden der Abensberger Tafel heraus. Rudi Buchner und Sebastian Rothtauscher waren es, die sich im April 2006 an die Gründung einer Tafel wagten. Ihnen ist es zu verdanken, dass sich rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fanden. Doch auch die notwendigen Räumlichkeiten mussten gefunden werden. Anfangs durfte man als Gast bei der Caritas tätig werden, dann fand man in einem Haus der Stanglmeier-Stiftung Unterschlupf. Als der Abriss des Gebäudes absehbar war, musste eine neue Bleibe gefunden werden.

Das Besondere am Festvortrag war, dass er größtenteils in Reimform gehalten wurde und so entsprechend großen Zuspruch bei den Zuhörern fand.

Die neue Bleibe fand sich dann mit Hilfe des Bürgermeisters an der Bad Gögginger Straße.

Herr Schmidbauer verdeutlichte weiterhin, welche Arbeiten geleistet werden müssen, damit die Tafel funktionieren kann. Auch die verschiedenen Sonderaktionen der Tafel, vor allem die  Weihnachtsaktion, wurden herausgestellt, wie auch die Geldspender, ohne die eine Tafel nicht betrieben werden könnte.

Bereits in den ersten Jahren stiegen die Ausgabezahlen so an, dass eine Ausgabestelle in Neustadt gegründet werden musste. Dies geschah 2007 unter großer Mithilfe der Stadt, so stellte der Redner heraus.

Dass Flüchtlinge und Asylsuchende neue Anforderungen an die Tafel stellen, Sprachprobleme auftauchen, bestimmte Nahrungsmittel nicht in Frage kommen, war Inhalt des Ausblicks.

Die Bedeutsamkeit der Presse, verbunden mit dem Dank für wohlwollende Berichterstattung über die Jahre, der Dank an Mitglieder, Mitarbeiter und Sach- und Geldspender bildete den Abschluss einer mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache.

Alle Anwesenden konnten sich beim Rundgang durch die Tafelräume ein Bild machen von den Arbeitsabläufen. Dabei hat auch die Tafel alle hygienerechtlichen Vorschriften des Einzelhandels einzuhalten, auch was die Kühlkette betrifft. Dies hat zur Folge, dass neben Kühlschränken auch ein Kühlfahrzeug angeschafft werden musste.

An zwei Schautafeln wurden die wichtigsten Fakten der Tafel aufgezeigt. Der Investitionsbedarf seit 2006 war aufgelistet – über 95.000 Euro waren bisher nötig!

Die Gesamtbetriebskosten der Tafel beliefen sich 2015 auf fast 42.000 Euro. Solche Summen konnten und können nur aufgebracht werden, weil sich Menschen, Betriebe und Mitarbeiter finden, die unsere Tafel entsprechend unterstützen.

Sehr beeindruckend für die Besucher war eine Schätzfrage. Die Interessenten sollten errechnen, wie viele Kilo Waren pro Ausgabetag an die Kunden gehen. Im Jahr sind es rund 28 t, also über 500 kg pro Ausgabe. In den 10 Jahren ihres Bestehens hat die Abensberger Tafel rund 287 t Nahrungsmittel ausgegeben.

Und eben  darin liegt einer der Hauptverdienste der Tafelbewegung: Wir bringen Essen dahin, wo es hingehört! Auf den Tisch!

Der größte Teil dieser 287 t wäre ohne Tafel dort gelandet, wo Nahrungsmittel nicht hingehören – in der Tonne! Von elementarer Wichtigkeit sind dabei natürlich die Warenspender, die Lebensmittelhändler. Ohne sie hätte die Tafel nichts zu verteilen, denn Zukauf ist nicht erlaubt. Ihre Bereitschaft, uns ihre überschüssige Ware zu überlassen, ist Grundvoraussetzung für die Tafel.

Damit die Ware dann unsere Kunden erreicht, leisten die Tafelmitarbeiter umfangreiche Aufgaben – die Sammelfahrten zu den Spendern, das Vorbereiten der Ware, zum Beispiel Obst und Gemüse müssen sortiert werden und letztendlich die Warenausgabe. Pro Woche werden so in Abensberg und Neustadt rund 131 Arbeitsstunden geleistet. Setzte man hierfür den gesetzlichen Mindestlohn an, dann beliefen sich die wöchentlichen Lohnkosten auf 1113,50 Euro. Der Lohn der Mitarbeiter aber ist die Gewissheit, einen Dienst verrichtet zu haben, den unsere Gesellschaft braucht!

2.Vorsitzende, Helga Beck und Vorstandsmitglied Georg Schmidbauer bei der Arbeit

2.Vorsitzende, Helga Beck und Vorstandsmitglied Georg Schmidbauer bei der Arbeit

Alle Besucher waren sich einig, dass man nur hoffen kann, dass sich auch weiterhin genügend Unterstützer und Mitarbeiter finden, um die Abensberger Tafel zu erhalten.

Dass zu einer Jubiläumsfeier ein Imbiss gehört ist sicher. Er wurde von den Mitarbeiterinnen in Form von belegten Brötchen vorbereitet  – aus den Warenbeständen der Tafel. Optisch wie geschmacklich ein Genuss – und zugleich die Erkenntnis: Wer auf „Tafelware“ zurückgreift, muss nicht essen, was andere nicht mögen!

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